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Ratgeber

Heuschnupfen (Pollenallergie)

Eine von fünf Person in der Schweiz leidet an Heuschnupfen. Damit ist der Heuschnupfen die weitverbreitetste Allergie. Was Sie dagegen tun können und wie Pollenallergien entstehen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

In Kürze

  • Heuschnupfen (Pollenallergie) verursacht erkältungsähnliche Symptome wie etwa eine laufende oder verstopfte Nase, juckende Augen oder häufiges Niesen.
  • Aber anders als eine Erkältung wird Heuschnupfen nicht durch einen Virus verursacht, sondern durch eine allergische Reaktion auf Allergene (Pollen).
  • Heuschnupfen ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität einschränken. Deshalb ist es empfehlenswert, Auslöser wenn möglich zu vermeiden und Symptome richtig zu behandeln. Auf Heuschnupfen Auslöser können Sie sich z.B. in einer Rotpunkt Apotheke testen lassen.

Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen, auch Pollenallergie oder allergische/saisonale Rhinitis genannt, ist eine allergische Reaktion auf eine oder mehrere Arten von Pollen. Heuschnupfen verursacht erkältungsähnliche Symptome, wie etwa eine laufende oder verstopfte Nase, häufiges Niesen oder juckende Augen.

Beschwerden/Symptome

Heuschnupfen zeigt sich unter anderem durch folgende Symptome:

  • Laufende Nase (Rhinitis)
  • Verstopfte Nase, erschwerte Atmung durch die Nase, Druck in den Nebenhöhlen
  • Tränende, juckende und gerötete Augen (allergische Bindehautentzündung bzw. Konjunktivitis)
  • Häufiges Niesen
  • Hustenreiz
  • Heiserkeit
  • Jucken in Gaumen, Nase oder Ohren
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Allergisches Asthma

Ursachen

Wenn Sie Heuschnupfen haben, nimmt Ihr Immunsystem eine harmlose Substanz in der Luft als schädlich wahr. Ihr Immunsystem produziert dann Antikörper gegen diese harmlose Substanz. Wenn Sie das nächste Mal mit der Substanz in Kontakt kommen, signalisieren diese Antikörper Ihrem Immunsystem, dass es reagieren muss. Es werden Chemikalien wie Histamin in Ihren Blutkreislauf freigesetzt, die eine Abwehrreaktion auslösen, die zu den Symptomen von Heuschnupfen führt.

Auslöser

Die Auslöser von Heuschnupfen sind meist saisonal bedingt, sie treten also ausschliesslich oder verstärkt zu einer bestimmten Jahreszeit auf.

Zu den Auslösern von Heuschnupfen gehören unter anderem:

  • Baumpollen, die im Vorfrühling häufig vorkommen.
  • Gräserpollen, die häufig im Spätfrühling und im Sommer häufig vorkommen.
  • Ambrosia-Pollen, die im Herbst häufig vorkommen.

Risikofaktoren

Folgende Faktoren können das Risiko, an Heuschnupfen zu erkranken, erhöhen:

  • Sie haben andere Allergien oder Asthma.
  • Sie haben atopische Dermatitis (Neurodermitis).
  • Sie haben eine:n Blutsverwandte:n (z.B. ein Elternteil oder ein Geschwisterteil) mit Allergien oder Asthma. Die Veranlagung für Pollenallergie wird oftmals vererbt.
  • Sie leben oder arbeiten in einer Umgebung, in der Sie ständig Allergenen ausgesetzt sind, z. B. Tierhaaren oder Hausstaubmilben.

Häufigkeit

In der Schweiz ist etwa jede fünfte Person von einer Pollenallergie betroffen. Die meisten Menschen (70 Prozent) der Heuschnupfengeplagten reagiert auf Gräserpollen (Quelle: aha.ch).

Folgen

Heuschnupfen bzw. die Symptome von Heuschnupfen sollten behandelt werden, da sie sich verschlimmern oder weitere Symptome dazukommen können.

Zu den Problemen, die mit Heuschnupfen einhergehen können, gehören:

  • Verminderte Lebensqualität: Heuschnupfen kann Ihre Freude an Aktivitäten beeinträchtigen und dazu führen, dass Sie weniger produktiv und leistungsfähig sind. Bei vielen Menschen führen die Heuschnupfensymptome zu Fehlzeiten bei der Arbeit oder in der Schule.
  • Schlechter Schlaf: Heuschnupfensymptome können Sie wach halten oder das Einschlafen erschweren, was zu Müdigkeit und allgemeinem Unwohlsein führen kann.
  • Verschlimmerung von Asthma: Heuschnupfen kann Symptome von Asthma wie etwa Husten und Keuchen verschlimmern.
  • Nasennebenhöhlenentzündung: Eine anhaltende Verstopfung der Nasennebenhöhlen aufgrund von Heuschnupfen kann die Anfälligkeit für eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) erhöhen.
  • Ohrenentzündung: Bei Kindern ist Heuschnupfen häufig ein Auslöser für eine Mittelohrentzündung (otitis media) (Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V.)

Medizinische Hilfe wird empfohlen, wenn:

  • Die Symptome nicht mehr verschwinden.
  • Allergiemedikamente nicht helfen oder lästige Nebenwirkungen verursachen.
  • Sie an einer anderen Erkrankung leiden, welche die Heuschnupfensymptome verschlimmern kann, wie z. B. Nasenpolypen, Asthma oder häufige Nasennebenhöhlenentzündungen.

Diagnose

Es gibt verschiedene Diagnosemöglichkeiten für Pollenallergie:

  • Bluttest: Mittels einer Blutprobe kann im Labor die Reaktion Ihres Immunsystems auf ein bestimmtes Allergen gemessen werden. Dieser Test, der auch als Radio-Allergo-Sorbent-Test (RAST) bezeichnet wird, misst die Menge der allergieauslösenden Antikörper in Ihrem Blut, die als Immunglobulin-E-Antikörper (IgE) bezeichnet werden. Eine Variante eines solchen Test können Sie auch in vielen Rotpunkt Apotheken durchführen lassen. In diesem Test wird jedoch ein Schwellenwert verwendet, um die Allergie anzuzeigen.
  • Pricktest: Dabei werden kleine Mengen von bestimmten Substanzen, die Allergien auslösen können, in die Haut des Arms oder des oberen Rückens gestochen. Wenn Sie auf eine Substanz allergisch reagieren, bildet sich an der entsprechenden Stelle, eine Hautschwellung (Quaddel). Pricktests werden oft von Allergolog:innen durchgeführt.

Therapie/Behandlung

Viele Menschen – vor allem Kinder – gewöhnen sich daran, mit den Heuschnupfensymptomen zu leben. Dadurch werden diese erst erkannt und behandelt, wenn sie schwerwiegend werden. Dabei kann die richtige Behandlung der Symptome schnell Linderung verschaffen und die Beschwerden verschwinden lassen.

Am besten ist es, wenn Sie den Kontakt mit Stoffen, die Ihren Heuschnupfen auslösen, so weit wie möglich einschränken. Wenn Ihr Heuschnupfen nicht zu stark ausgeprägt ist, können rezeptfreie Medikamente ausreichen, um die Symptome zu lindern. Bei schwereren Symptomen benötigen Sie möglicherweise verschreibungspflichtige Medikamente.

Vielen Menschen hilft eine Kombination von Allergiemedikamenten am besten. Möglicherweise müssen Sie mehrere ausprobieren, bevor Sie das beste Mittel finden.

Zu den Medikamenten gegen Heuschnupfen gehören:

  • Nasale Kortikosteroide: Diese verschreibungspflichtigen Nasensprays helfen bei der Vorbeugung und Behandlung der durch Heuschnupfen verursachten Nasenentzündung, des Nasenjuckens und der laufenden Nase. Für viele Menschen sind sie die wirksamsten Heuschnupfenmedikamente und werden oft als erstes verschrieben.
  • Antihistaminika: Antihistaminika können bei Juckreiz, Niesen und laufender Nase helfen, haben aber weniger Wirkung bei verstopfter Nase. Sie wirken, indem sie einen symptomverursachenden chemischen Stoff blockieren, der vom Immunsystem bei einer allergischen Reaktion freigesetzt wird (Histamin). Diese Präparate werden in der Regel in Tablettenform verabreicht. Es gibt jedoch auch Antihistamin-Nasensprays und Augentropfen.
  • Abschwellende Mittel: Diese Medikamente sind in Form von rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Lösungen, Tabletten und Nasensprays erhältlich.
  • Orale Kortikosteroide: Kortikosteroid-Pillen werden manchmal zur Linderung schwerer Allergiesymptome eingesetzt. Da die langfristige Einnahme von Kortikosteroiden schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen kann, werden sie in der Regel nur für kurze Zeiträume verschrieben.

Für eine kompetente Beratung rund um Allergiemedikation können Sie sich jederzeit und ohne Termin an Apotheker:innen wenden.

Vorbeugung

Es gibt keine Möglichkeit, Heuschnupfen zu vermeiden. Wenn Sie unter Heuschnupfen leiden, ist es am besten, den Kontakt mit den Allergenen, die Ihre Symptome verursachen, zu verringern. Um die Symptome zu lindern, können Sie Allergiemedikamente einnehmen, bevor Sie den Allergenen ausgesetzt sind.

Weitere Informationen/Quellen

Die häufigsten Allergene in der Apotheke testen lassen

Heuschnupfen-Symptome? Mit dem Test in den Rotpunkt Apotheken können Sie einfach überprüfen, ob und worauf Sie allergisch reagieren und sich dazu beraten lassen.